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Expedition Himachal Pradesh 2018

18.11.2018

 

 

 

Stephan Siegrist und ich sind zurück von unserer Expedition ins indische Himachal Pradesh. Leider konnten wir unser eigentliches Ziel nicht erreichen, die Erstbegehung des Nord Pfeilers am Shiva (6142 m.ü.M.). Zuerst mussten wir realisieren, dass unser indisches Küchenteam das Base Camp fälschlicherweise auf der Südseite anstatt auf der Nordseite des Berges aufgebaut hatte. Stef hat noch gesagt, er sei nicht glücklich darüber, dass sie vorausgegangen sind. Nun auf dem Weg ins  richtige Base Camp schneite es ununterbrochen für drei Tage, sogar bis in tiefere Lagen. Somit wurde das Missgeschick zu einem Glückfall. Wir wären komplett eingeschneit worden. Die Einheimischen berichtete uns, dass sie noch nie so früh im Jahr so viel Schnee erlebt haben. Später bestätigte uns dies auch der Wetterdienst in Delhi.  Als wir im richtigen Base Camp ankamen, hatte es dort auf ca. 4000 m.ü.M. mehr als einen halben Meter Neuschnee. Sofort begannen wir mit der Akklimatisation an der Südseite eines unbekannten 6000ers. Über weite Strecken mussten wir durch hüfttiefen Pulverschnee spuren. Zu unserem Pech wurde das Wetter nicht wirklich besser. Es gab praktisch jeden Tag etwas Neuschnee. Nach zwei Wochen realisierten wir, dass sich die Bedingungen im Nordsektor des Berges nicht zum Guten wenden und sich mit den immer wiederkehrenden Niederschlägen sogar noch verschlechtern werden. Darum beschlossen wir, das Base Camp zu verlassen und uns ein neues Ziel zu suchen. Am Tag als wir das Base Camp verliessen, schneite es ununterbrochen. Zum Glück hatten wir unsere Bikes dabei, so konnten wir einige unglaubliche Abfahren auf genialsten Trails durch die atemberaubende Landschaft Indiens geniessen.

Nach einer Woche mit Planen und Reisen hatten wir unser neues Ziel gefunden: das Jobri Nala Tal mit Unmengen an gutem Fels und Rissen in bestem Granit.  Dort entdeckten wir einen perfekten 20 Meter langen Fingerriss mit einem richtig harten Einstieg. Nach drei Tagen Putzen und Probieren konnte ich diese super Linie zu meiner grossen Freude klettern. Am ersten Tag in diesem Riss hatten wir einige Probleme mit aggressiven Honigbienen, darum gab ich ihr den Namen „To bee or not to be“ und bewertete sie mit 8a+. Ich denke es ist sicherlich einer der härtesten Risse, der in Indien je geklettert wurde. Weiter konnten Stef und ich noch weitere schöne Routen zwischen 7a und 7c erstbegehen.  Wir haben für all diese Begehungen keinen einzigen Bohrhacken gesetzt, alles mit Friends, Keilen, Schlaghaken und Schlingen abgesichert. Das heisst praktisch keine Spuren hinterlassen. Für mich die schönste Art des Kletterns.

Auch wenn die Expedition nicht so lief wie wir uns erhofften, erlebten wir eine sehr tolle und lustige Zeit in Indien. Die Menschen, das Essen, das Reisen, die Landschaft, all dies war einfach genial. Dank Stef‘s langer Indienerfahrung und seinem Netzwerk, welches er über diese Zeit aufgebaut hat, konnten wir sehr flexibel reisen, und alles war perfekt organisiert. Ein grosses Dankeschön an Stef, an Dominik Fischer unseren Fotografen und Alle die uns bei dieser Expedition unterstützt haben.

 

 

Bilder: Dominik Fischer

 

 

 

 

 

 

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