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PAKISTAN

Nun ist es bereits ein paar Monate her, seit ich zurück von der Expedition in Pakistan bin. Es war eine unglaubliche Zeit mit vielen tollen Erfahrungen. Auch wenn wir schlussendlich unser Ziel nicht erreichen konnten, hat sich die Reise allemal gelohnt.

Nur schon um das Base-Camp zu erreichen, ist man sechs Tage unterwegs. Allein die Eindrücke die man dabei erlangt, sind einmalig; einzigartige Landschaften, unglaublich zuvorkommende Menschen und im Allgemeinen eine völlig andere Kultur. Bevor ich abreiste, wurde ich viel drauf angesprochen ob es nicht gefährlich sei in Pakistan wegen der politischen Lage. In den sechs Wochen, die ich dort verbrachte, hatte ich diesbezüglich nicht einmal annähernd Angst. Im Gegenteil, man wird auf der Strasse angesprochen, die Leute haben Freude, wenn sie sich mit dir unterhalten können, alle wollen Fotos mit dir machen, man wird eingeladen, einfach unglaublich zuvorkommend und freundlich. Nach einem Inlandflug nach Skardu, einem Tag Jeep fahren und zwei Tagen Trekking erreichten Lukas Hinterberger, Michael Berger, Nicolas Hojac und ich das K7 Base-Camp. Dieses liegt auf einer schönen Ebene direkt neben dem Charakusa Gletscher, umgeben von 6000- und 7000ern. Die ersten Tage mussten wir uns etwas an die Höhe gewöhnen, danach starteten wir mit dem Akklimatisieren. Wir bestiegen zweimal den Sulu Peak welcher um die 6000 m.ü.M ist. Einmal haben wir oben geschlafen. Weiter kletterten Lukas und ich eine neue Linie an einem Pfeiler unterhalb des K7. Beste Kletterei bis ca. 6c, abgesichert nur mit Friends und Keilen. Leider mussten wir etwas unter dem höchsten Punkt umkehren. Die Zeit reichte dann nicht mehr um nochmals zurück zu kehren. Danach fühlten wir uns gut genug vorbereitet um einen Versuch am K7 N-Grat zu starten. Als wir bereit waren und bereits Material in einem Sattel auf 5300 deponiert hatten, kam das schlechte Wetter. 7 Tage war es dauernd am Regnen. Dummerweise holte ich mir in dieser Woche eine starke Bronchitis. Bereits am ersten Tag als es wieder schön war und wir aufbrechen wollten, fühlte ich mich fiebrig. Doch nach 7 Tagen im Zelt war für mich im Base-Camp bleiben kein Thema, was rückblickend eher dumm war. Denn bereits die 1000 Meter zu unserem Materialdepot, wo wir biwakierten, waren eine Qual. Trotzdem war ich bis dort zuversichtlich, dass es am nächsten Tag besser sein wird. Was es dann nicht war. In der Nacht bekam ich wirklich Fieber, starker Husten und starke Gliederschmerzen plagten mich. Weitergehen war keine Option mehr. Lukas stellte sich bereit, mit mir abzusteigen. Nicolas und Michael stiegen dann weiter. Sie erreichten eine Höhe von ca. 6000 m. ü. M, wo sie sich auch zum Umkehren entschieden, da es Michael nun auch nicht m ehr so gut ging. Besonders schade daran war, dass sie die technischen Schwierigkeiten bereits hinter sich gehabt hätten. Im Base-Camp erholte ich mich nicht mehr wirklich von der Erkältung. Der Husten wurde sogar noch stärker. Nach weiteren sechs Tagen Herumliegen und einem Gespräch mit dem Arzt in der Schweiz beschloss ich abzusteigen. Langsam schlug das Nichtstun auf die Stimmung. Es war eine sehr schwierige Entscheidung, jedoch war es in dem Moment das einzig Sinnvolle. Sobald ich auf dem Abstieg in tiefere Lagen kam, ging es mir langsam wieder besser. Leider erlaubte es die Zeit nicht mehr, um mich komplett zu erholen und einen erneuten Aufstieg zu wagen. So reiste ich bereits einige Tage frühere zurück in die Schweiz. Der Rückweg war trotz Enttäuschung nochmals wunderschön, mit einmaligen kulturellen und landschaftlichen Eindrücken. Leider ergab sich für Nicolas, Michael und Lukas in dieser Zeit auch kein weiterer Gipfelversuch, da das Wetter nicht auf ihrer Seite war.

Obwohl die Expedition nicht so gelaufen ist wie geplant, konnten wir enorm viele neue Erfahrungen sammeln und super schöne Momente geniessen. Pläne für einen erneuten Besuch in Pakistan sind bereits im Hinterkopf.

2017

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